14
April

Wie sollte eine langjährige Serie enden?

Das gestrige Ende der Telenovela “Anna und die Liebe” hat wieder die Frage nach einem guten Serienende hervor gebracht.

Anna und die Liebe:
Das letzte Bild zeigt Nina (Maria Wedig) & Luca (Manuel Cortez), die sich ein letztes Mal leidenschaftlich küssen. Die Kamera fährt zurück und zum Vorschein kommen die beiden anderen Kameras. Während sich das Traumpaar nicht trennt, verlässt die gesamte Crew vor der Kamera das Studio und die Lichter erlischen ein letztes Mal.

Marienhof:
Im letzten Bild kam der letzte Hauptcast mit einigen ehemaligen bekannten Gesichtern auf der Straße zusammen, um den Zuschauern entgegen zu winken. Dieser Abschiedsgruß kam aus der Redaktion und verwirrte und verägerte einen Großteil der Fans.

Hand aufs Herz:
Ähnlich wie der Marienhof endet auch die Sat.1-Telenovela. Während sich Bea (Vanessa Jung) und Ben (Christoph Kohn) ihre Liebe eingestehen, verabschiedet sich das Team von den Zuschauern.

Hinter Gittern – der Frauenknast: Freiheit für alle
Im letzten Bild der Knast-Soap öffnet sich das Gefängnistor und alle Gefangenen und Mitarbeiter verlassen glücklich und zufrieden den Knast. Einzig die Gefängnisleitung Juliane Sürth (Susanne Schäfer) bleibt innerhalb der Mauern stehen.

Diese Enden werfen die Frage auf: Wie sollte eine langjährige Serie wirklich enden?
Auf diese Frage kann man nur schwer antworten, da bei einer Serie, die auf Unendlichkeit angesetzt ist, kein Ende geplant ist. Alle Handlungsstränge würdig beenden und dabei die Charaktere zum Ende nicht verbiegen ist eine große Herausforderung. Es gibt immer einen, der dabei verlieren kann: den Autor oder dernFan. Einer wird immer enttäuscht sein, wenn nicht sogar beide.
Es kommt natürlich darauf an, unter welchen Umständen eine langlaufende Serie endet, ob das Ende von langer Hand geplant ist wie bei “Bianca” und “Wege zum Glück” oder von heute auf morgen zustande kommt, wie bei “Hand aufs Herz” oder “Schmetterlinge im Bauch”. Beim “Marienhof” und auch bei “AUDL h”atten die Autoren Zeit, die Geschichten zu beenden. Im “Marienhof” endet alles mit der zentralen Rolle “Inge Busch”; bei “AUDL” löste man das Problem durch Zeitsprünge zu den jeweiligen Enden der Charaktere. Bei “Hinter Gittern” muss man erwähnen, dass die Autoren parallel zur Produktion der letzten Folgen ein schnelles Ende finden mussten. Und für “Hand aufs Herz” blieb nur ein Wochenende für das vorzeitige Ende.

Wie sollte eurer Meinung nach eine Telenovela oder Soap enden? Diskutiert mit uns auf Facebook oder Twitter.

Gepostet von Tin
28
Februar

Sind Daily Soaps noch zeitgemäß?

Nicht jede Frage lässt sich von allen gleich beantworten. Daher haben wir beschlossen, die Frage aus der Sicht mehrerer Autoren zu beantworten. Ein Gastkommentar kommt dabei von Nina, von Deutsche-Dailys.de.
Diskutiert mit uns auf Facebook oder Twitter über das Thema.

Nina:
Ich möchte diese Frage weder mit Ja noch mit Nein beantworten. Nur die zukünftigen Quoten können darauf antworten, ich habe allerdings die Hoffnung auf ein JA.

Jan:
Die Frage, ob Daily Soaps noch zeitgemäß sind, wird immer wieder gerne gestellt. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit mit ihrer Dauerverbindung zum Internet fragen sich einige, ob der Zuschauer überhaupt noch die Zeit findet, sich jeden Tag auf eine Soap einzulassen.

Tin:
Mit dem Boom der Telenovelas in den letzten acht Jahren fand auch ein regelrechter Umbruch in der scheinbar festen Soapwelt statt.
In den 90ern versuchte beinahe jeder große Sender, eine eigene Daily Soap zu etablieren, doch letztendlich überlebten nur vier Dailys den Jahrtausendwechsel: GZSZ, Marienhof, Unter Uns und Verbotene Liebe. Mit dem Auftreten der ersten Telenovelas ermöglichten die Sender den Zuschauern wieder eine scheinbar neue Welt: Eine Soap unter dem Deckmantel der Endlichkeit. Bianca kam als erste und wurde beendet. Ihre Nachfolgerin Julia durfte zwar auch nach einem Jahr ihr Happy End finden, aber ihr Umfeld musste noch drei weitere Protagonistenpaare miterleben. Dass diese Telenovela dann schließlich beendet wurde überraschte, da die Quoten über dem Senderschnitt lagen. Aber mit jeder weiteren Nachfolgeserie bröckelten auch diese im Nachmittagsprogramm des ZDF. Lena wurde ins Vormittagsprogramm verbannt und Herzflimmern schließlich auf den Sendeplatz um fünf Uhr nachts. Und auch bei den eingesessenen Soaps wackelte es zwischenzeitlich. Die Quoten und  Reichweiten aller Soaps sanken im Laufe der Jahre. Der Marienhof wurde eingestellt und Unter Uns stellte die Produktion um, inklusive zwei Pausen im Jahr.

Jan:
In den USA sind tägliche Serien scheinbar nicht mehr zeitgemäß, zumindest nicht auf ihrem aktuellen Sendeplatz. Sie wurden in den dreißiger Jahren primär eingeführt, um die Hausfrau anzusprechen und ihren monotonen Alltag zu versüßen. Das Frauenbild hat sich über die Jahrzehnte aber radikal geändert, so dass immer weniger Frauen ihre Tätigkeitsfelder auf den Haushalt beschränken. Sie müssen einer geregelten Arbeit außerhalb des Heims nachgehen und können die Soap nicht tagsüber gucken. Einige zeichnen diese sicherlich auf oder gucken sie online, aber die Zuschauerzahlen sinken beständig.
Im UK und in Deutschland laufen Soaps traditionell im (Vor-)Abendprogramm. Der Zuschauer ist zu Hause und hat so eher die Möglichkeit einzuschalten und sich auf eine Familie außerhalb seiner eigenen einzulassen. Auch ist die Zielgruppe eine andere als in den USA: Dort wird auch heute noch primär die Hausfrau mittleren Alters angesprochen, die im mittleren Westen beheimatet ist, während in Europa eine weitaus jüngere Zielgruppe anvisiert wird. In Großbritannien ist es auch nicht selten der Fall, dass Männer einschalten, da nicht ausschließlich für Frauen geschrieben wird.

Tin:
Weltweit traten Probleme bei den Daily Soaps auf und es scheint fast so, als wäre keiner auf die Veränderungen vorbereitet gewesen. Die Soaps wurden immer stärker an ihre Zielgruppen, die sich schon lange nicht mehr nur an Hausfrauen richteten, angepasst. Die Produktionen versuchten, jeder Soap ein Alleinstellungsmerkmal zu geben. In Deutschland wurde Verbotene Liebe zur Edel-Soap. Alles was zählt veränderte durch eine rasante Kamera- und Schnittführung das Erscheinungsbild der Soaps allgemein, und GZSZ wurde zur Metropolen-Soap, die durch ein scheinbar reales Setting immer näher an die Realität rücken sollte.
Die Erzählweise wurde über die Jahre hinweg immer langsamer, um Zuschauern, die nur selten einschalten konnten, den Wiedereinstieg zu ermöglichen. Der Begriff „Kaugummi“ wurde in Foren immer häufiger in Bezug auf Storylines verwendet. Alles wurde tausend Mal durchgekaut und unnötig gestreckt.

Jan:
Die südamerikanischen Nationen, die zu den größten Telenovela-Produzenten zählen, haben keine nennenswerte Filmbranche. Die Bevölkerung ist auch zu arm, um sich kostspielige Kinokarten leisten zu können. So sind die Stars nicht auf der Kinoleinwand anzutreffen sondern auf dem TV-Bildschirm. Nicht ohne Grund laufen Telenovelas dort zur Prime-Time. Diese Regelung hat sein Jahrzehnten Bestand und wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
Nicht zu missachten sind südamerikanische Telenovelas als beliebtes Exportprodukt, besonders in osteuropäische und asiatische Länder. Mittlerweile kaufen Sender die Rechte an einem Format und lokalisieren es, so geschehen mit „Verliebt in Berlin“, das auf einem kolumbianischen Original („Yo soy Betty la fea“) basiert, dem am meisten adaptierten Format der Welt.

Nina:
Der Trend im deutschen Fernsehen geht zur Zeit ganz klar in Richtung Reality Doku und Scripted Reality. Man kann daraus ablesen, dass der Zuschauer sich vermehrt Sendungen zuwendet, die das wahre Leben abbilden und gleichzeitig aber durch ihre Einfachheit eine Art „Alltagsflucht“ darstellen. In dieser Hinsicht sind sie den Daily Soaps sehr ähnlich und daher wohl deren größte Konkurrenz. In meiner täglichen Fernsehdosis existiert beides nebeneinander. Ich schaue 2-3 Daily Soaps, aber auch Reality-Dokus wie „Rach“ oder „Goodbye Deutschland“. Unverständlich sind für mich dagegen die hohen Quoten von Sendungen wie „Berlin Tag & Nacht“ oder „Familien im Brennpunkt“. Immerhin tragen sie zu der derzeitigen Flut an Reality-Formaten bei, und es ist nicht auszuschließen, dass auch hier irgendwann der Überdruss eintritt wie einst bei den Talk- und Gerichtsshows. Dann ist die Zeit für einen Aufwärtstrend bei den Daily Soaps hoffentlich gekommen.

Tin:
Durch veränderte Arbeitszeiten verringerten sich auch die Zuschauerzahlen. Die Sender entschlossen sich daher, die Serien verstärkt ins Internet zu verlagern: 7 Tage kostenloser Abruf, Archivierung der alten Folgen gegen Bezahlung und zusätzliche Informationen in jeglicher Form, um am Zahn der Zeit zu bleiben. Doch die kostenlosen Folgen sorgten dafür, dass noch mehr Leute ins Internet abwanderten, nach dem Motto: „Jederzeit abrufbar“. Einzig GZSZ stellt die Folgen nicht kostenlos ins Netz und hat mit den Quoten nach wie vor Erfolg.

Jan:
Soaps haben sich in den 80 Jahren seit ihrer Geburt stetig weiterentwickelt. Das Format des täglichen Erzählens wird auf der ganzen Welt unterschiedlich gehandhabt aufgrund von Anpassungen an die jeweilige Kultur und Geschichte. Neue Wege gehen bereits Websoaps, die für das Internet produziert werden und dort bereits eine rege Fangemeinde haben. Das Interesse an Geschichten wird nie aussterben, weshalb Soaps überhaupt nicht aus der Mode kommen können.

Tin:
Wie so oft kam ein Trend aus Amerika, der inzwischen auch in Deutschland zum festen Bestandteil wurde: Websoaps. In kurzen Internetvideos wird das Geschehene meist aus Sicht eines Charakters aufgegriffen und bietet so dem Zuschauer einen differenzierten Blick auf die Handlung. Die Nachfrage ist groß, weswegen sich auch Indie-Soaps etablieren konnten. Doch der deutsche Markt ist noch nicht bereit, dieses Zusatzangebot zu finanzieren. Daher wurde auch nichts aus den Plänen, die im Internet erfolgreiche Telenovela „Hand aufs Herz“ zu verlängern. Die Produktionen können sich dort nicht refinanzieren. Aber der Wille und das Interesse sind da, weswegen Soaps nie aussterben werden.
Vom Radio, ins Fernsehen, ins Web…

Jan:
Von einer Übersättigung des Markts und der Frage, ob Soaps noch zeitgemäß sind, wird wohl hauptsächlich in Deutschland gesprochen. Die Frage an sich impliziert bereits eine Kritik am Genre. Kein Zuschauer ist gezwungen einzuschalten. Deutschland besitzt eine große Senderauswahl, so dass jeder Zuschauer die Möglichkeit hat, ein für ihn interessantes Programm zu finden. Es spricht schließlich auch niemand von einer Übersättigung des Markts, wenn es um den “Tatort“ geht. Diese Reihe ist auch fast jeden Tag im TV anzutreffen.

Tin:
Aber worauf die Frage wohl eigentlich abzielt, ist, ob das Soapsterben eine Warnung ist. Eine Warnung, die sich an Sender, Autoren und Produzenten richtet: Man sollte wieder zu den Wurzeln zurückkehren, weniger experimentieren und stärker auf die Zuschauer eingehen, die seit Jahren dabei sind. Das heißt, dass alteingesessene Rollen gepflegt und vor allem ohne größere Fehler genutzt werden sollten. Es bringt nichts, Charaktere durch Anhänge zu „stärken“, wenn im Serienuniversum oft genug erwähnt wurde, dass der Charakter keine Familie mehr hat. Ebenso sollten Telenovelas im Rahmen der Vorgaben beendet werden. Die Übersiedelung einzelner Charaktere in eine neue Telenovela wäre eine Möglichkeit, etwas Neues zu schaffen und dabei die Zuschauer mitzunehmen.

Gepostet von soaplexikon
14
Februar

Warum werden Soaps nicht chronologisch gedreht?

Zu der Frage muss zunächst gesagt werden, dass auch Spielfilme und andere Serien nicht chronologisch gedreht werden. Da die meisten Film- und Fernsehproduktionen aufgezeichnet und geschnitten werden, besteht die Möglichkeit, die einzelnen Teile (Szenen und Kameraeinstellungen) in einer scheinbar willkürlichen Reihenfolge zu drehen. Aber auch nur scheinbar willkürlich, denn die Macher haben gute Gründe für die Drehfolge.

Warum wird nicht chronologisch gedreht?
Serien werden meist nicht nur an einem Ort gedreht, d.h. es gibt Locationwechsel. Wenn aber in Wohnung XY nur 5 Szenen spielen, die auf 10 Folgen verteilt sind, macht es keinen Sinn, die Wohnung für 10 Tage zu mieten. Daher werden alle Szenen mit Klamotten- und Maskenwechsel hintereinander weggedreht. Dafür werden dann Anschlussbilder gemacht, damit später die Schauspieler in den nachfolgenden Szenen dasselbe tragen.
Es kann aber auch sein, dass ein Schauspieler nur für einen Tag zur Verfügung steht. Auch in diesem Fall werden alle Szenen mit ihm gedreht und auf die verschiedenen Folgen aufgeteilt.
Um das hohe Drehpensum einer täglichen Serie in möglichst kürzester Zeit schaffen zu können, wird daher in zwei Teams (Studio- und Außendreh) gedreht, was bei chronologischen Dreharbeiten nicht möglich wäre.

Seit wann werden Daily Soaps nicht chronologisch gedreht?
Am 1.Januar 1978 trat Gloria Monty ihren Dienst als Produzentin bei “General Hospital” an. Bis dahin wurde in der Reihenfolge der Ausstrahlung, im “live on tape” Verfahren aufgezeichnet.Bis dato wurden lediglich Filme und Prime-Time Soaps unchronologisch aufgezeichnet.

Wer ist für die Drehreihenfolge zuständig?
Die Drehreihenfolge wird von der Abteilung Disposition festgelegt. Dort werden die Bilder zunächst nach Innen- und Außendreh getrennt und dann nach Drehorten und Verfügbarkeit der Schauspieler sortiert. Turbulent wird es, wenn das Wetter im Außendreh umschwingt oder Schauspieler ausfallen. Zunächst findet der Dreh statt, auch wenn die Schauspieler erkältet sind. Sollten sich die Symptome allerdings nicht nicht mehr verbergen lassen oder die Schauspieler sind ernsthaft krank, muss der Drehplan geändert werden und der erkrankte Schauspieler muss nach der Rückkehr alle verpassten Szenen nachholen, sofern sie nicht von den Autoren umgeschrieben werden konnten.
In der Regel finden die Außendreharbeiten vor den Innendrehs statt, damit Anschlussfehler behoben werden können, z.B. wenn es beim Außendreh geregnet hat.

Beispiele:
1999 wurden Szenen bei  “Unter Uns” vom Tennisplatz in ein Bistro verlagert. Die Szenen sollten im Mai spielen, doch das März-Wetter brachte nochmal Schnee. In Produktionskreisen war das der so genannte “Mai-Schnee”.

Im selben Jahr gab es bei “Gute Zeiten Schlechte Zeiten” einen Totalausfall im Hauptcast. Da nur noch eine Handvoll Schauspieler verfügbar war, wurde aus der Not eine eigenständige Geschichte geschrieben: Der Killervirus im Fasan. Erst nach und nach verbesserte sich die Lage am Set und die Geschichte konnte beendet werden.

Gepostet von Tin
7
Februar

Wie kamen Daily Soaps nach Deutschland?

Zu den erfolgreichsten Sendungen im Abendprogramm der ARD und des ZDF zählten in den Achtziger Jahren “Dallas” und “Der Denver-Clan” (Originaltitel: “Dynasty”). Soaps, die fünf Episoden pro Woche ausstrahlten, gab es in den USA seit Jahrzehnten wie Sand am Meer. Bis diese aber ihren Weg nach Deutschland fanden, musste auf die Einführung des Privatfernsehens in Deutschland gewartet werden.

Im Mai 1986 begann RTL plus mit der Ausstrahlung der “Springfield Story” (OT: “Guiding Light”). Auf Grund des großes Erfolges nahm RTL plus zwei Jahre später den “California Clan” (OT: “Santa Barbara”) ins Programm auf. Diese beiden Soaps liefen jahrelang im Doppelpack im Nachmittagsprogramm des Senders.

Sat.1 und ProSieben zogen schnell nach und strahlten “General Hospital” und “Liebe, Lüge, Leidenschaft” (OT: “One Life To Live”) aus, jedoch mit geringem Erfolg. Auch die seit über 20 Jahren unangefochtene Nummer Eins der amerikanischen Soaps, “Schatten der Leidenschaft”, (OT: “The Young & The Restless”) floppte.

RTL plus war weitaus erfolgreicher mit seinen importierten Daytime Soaps. “Reich und Schön” (OT: “The Bold & The Beautiful”, kurz B&B) lief Ende der Achtziger nach einem kurzen Gastspiel auf Tele5, damals noch unter dem Titel “Fashion Affairs”, im Vormittagsprogramm zusammen mit “Zeit der Sehnsucht” (OT: “Days Of Our Lives”), bis sich nach einer kurzen Pause das ZDF die Rechte an der Soap sicherte. B&B ist somit die am längsten laufende amerikanische Daytime Soap in Deutschland.

Deutsche Eigenproduktionen im Bereich der Daily Soap gibt es erst seit 1992. Dr. Helmut Thoma, damaliger Programmchef bei RTL plus, sah am Vorbild amerikanischer Sender, wie sehr man das Publikum an einen bestimmten Sender binden konnte. Als bestes Beispiel für diese “Markentreue” erschien ihm die Soap, da diese den Zuschauer immer wieder zu einer bestimmten Uhrzeit zum Einschalten brachte. Somit gab er eine lokale für den deutschen Markt konzipierte Soap in Auftrag: “Gute Zeiten Schlechte Zeiten”.

Der niederländische Fernsehsender RTL4 hatte zwei Jahre zuvor erfolgreich die seit 1981 eingestellte australische Soap “The Restless Years” unter dem Titel “Goede Tijden Slechte Tijden” adaptiert. Die deutsche Version ging ähnlich vor und so startete GZSZ am 11. Mai 1992 auf RTL plus und läuft heute noch. Zuerst als Flop verschrien entwickelte sich GZSZ schnell zum Dauerbrenner, was eine Vielzahl an mehr oder weniger erfolgreichen Daily Soaps in den Neunzigern hervorbrachte. Zwei dieser Soaps, die wie GZSZ von der GrundyUFA entwickelt wurden, werden seit 1994  produziert: “Unter Uns” und “Verbotene Liebe”.

Gepostet von Jan
31
Dezember

Frohes neues Jahr

Wir wünschen euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und freuen uns schon auf 2012! Dann dauert es auch nicht mehr lange und das eigentliche Lexikon geht endlich online :)

Da wir bis zum 10.Januar Dreharbeiten in Stuttgart haben, sind wir mit News & Updates erst ab dem 11.Januar wieder voll verfügbar.
Ab dem 2.Januar bekommt ihr dann eure häufigsten Fragen, u.a. zu Verbotene Liebe, Unter Uns und Herzflimmern, beantwortet.

Also rutscht gut rein und bis bald.

Jan & Tin

Gepostet von soaplexikon
24
Dezember

Frohe Weihnachten

Das Soaplexikon-Team wünscht ein frohes & besinnliches Weihnachtsfest und erholsame Tage.

Gepostet von soaplexikon
5
November

Soaplexikon.de erstrahlt ab heute in einem neuen Licht

Ab heute Nacht erstrahlen wir in einem neuen Design. Das Webdesign ist von Nina Endrigkeit, die u.a. auch für das Design von Deutsche-Dailys.de zuständig ist. Das Design erinnert an ein altes Lexikon: dunkler Einband und patinierte Seiten, allerdings in Kombination mit modernen Elementen.

Derzeit bilden News und Videos zu den verschiedensten Soaps die Basis des Blogs, der so bereits einen Einblick in das eigentliche Lexikon, das voraussichtlich im Februar online gehen wird, zulässt. Die ersten Soaps und Telenovelas, die wir komplett ins Lexikon aufnehmen, sind bereits eingestellte Formate. Komplett heißt: Darsteller-Rollenübersicht, Stabliste, Produktionsinfos, Folgeninhalte und (soweit wir darauf Zugriff haben) jeweils die erste & letzte Folge.
Seit dem 1.Juni wurde täglich ein neues Video verlinkt: Interviews mit Darstellern, Making-Ofs und Webisodes. Ein Highlight dürfte der dreiteilige Kurzfilm “Sparline” von Christian Wunderlich sein, der das abrupte Ende der ehemaligen Sat.1-Telenovela “Schmetterlinge im Bauch” karikiert.

Das Soaplexikon ist ein Gemeinschaftsprojekt von Jan Wolf und Martin Tin Schulz. Jan, der derzeit sein Studium zum Übersetzer abschließt, wirft im Soaplexikon verstärkt einen Blick ins Ausland. Die Soapmärkte in Amerika, Australien, England und Südamerika sind für ihn kein Neuland. Tin, der an der Filmakademie Baden-Württemberg Drehbuch mit dem späteren Schwerpunkt Serienformate studiert, konzentriert sich verstärkt auf den deutschen Soapmarkt.

Und natürlich freuen wir uns über Meinungen zu Soaplexikon.de und zum Design, via Facebook und Twitter

Gepostet von soaplexikon
20
Oktober

GrundyUFA: Redesign zum Geburtstag

Die beiden UFA-Töchter GrundyUFA und GRUNDY Light Entertainment haben seit heute neue Logos, die von nun an einzig durch die jeweilige Wortmarke dargestellt werden. Die charakteristischen Farben wurden beibehalten. Sie erscheinen jeweils im gleichen Schriftzug und drücken so noch stärker ihre Verbundenheit aus.

Rainer Wemcken, Geschäftsführer der GrundyUFA: “Mit der Umwandlung in eine reine Wortmarke und der optischen Zusammenführung von ‘Grundy’ und ‘UFA’ ziehen wir die logische Schlussfolgerung unserer Entwicklung: Geboren als Joint Venture, sind wir heute ein eigenständiges, etabliertes Unternehmen. Die charakteristische UFA Wortmarke bleibt Bestandteil des Logos, schließlich ist und bleibt sie unsere starke Muttergesellschaft, deren Namen wir tragen.”

Gepostet von Tin
1
Juli

und täglich schäumt es wieder #4

Als Anfang 2000 “Mallorca” eingestellt wurde und nur die ersten vier Formate (“GZSZ”, “Marienhof”, “Unter uns” und “Verbotene Liebe”) überlebt hatten, war klar, dass kein Platz mehr ist für neue Daily Soaps war.

Dies änderte sich erst im Ende 2004, als kurz hintereinander gleich zwei neue Formate starteten: Die ersten deutschen Telenovelas! Die Telenovela versprach, dass die Geschichten nach einer festgelegten Zeit mit einem Happy End endeten. Doch bereits das erste Format “Bianca – Wege zum Glück” wurde bereits um einige Folgen verlängert. Beinahe jedes erfolgreiche Nachfolgeformat wurde verlängert. So wurde “Verliebt in Berlin” zunächst von 240 Folgen auf 365 und anschließend noch mal um eine ganze Staffel verlängert. Aus “Julia – Wege zum Glück” wurde mit der Nachfolgerin “Nina” einzig der Frauenname gestrichen, um fortan ohne namentliche Probleme verlängern zu können. Hier wurden aus 250 Folgen und drei Verlängerungen schließlich 789 Folgen. Das Einzige, was die deutschen Telenovelas mit dem eigentlichen Konzept verbindet, ist das Happy End für das Protagonistenpaar.
Angestachelt vom scheinbaren Erfolg des Begriffs “Telenovela” war auf beinahe jedem großen Sender eine andere Telenovela zu sehen, doch die Ermüdungserscheinungen zeigten sich schnell. “Sophie – Braut wider Willen” durfte nach der Hälfte der geplanten Folgen ihr Ende finden. “Lotta In Love” wurde auf die Hälfte der Folge gekürzt und aus der täglichen Ausstrahlung wurde eine wöchentliche, so dass die letzten Folgen erst 17 Monate nach dem Start ausgestrahlt wurden. “Leben für die Liebe” funktionierte von Beginn an nicht und so musste der bewusst weggelassene Frauenname zu Beginn des Titels noch eingearbeitet werden, damit der geneigte ZDF-Zuschauer auch wusste, welches Genre ausgestrahlt wurde. Doch auch “Tessa” half da nicht mehr weiter und die Folgenzahl wurde auf 50% runter gefahren und, zumindest in Deutschland, nachts verstrahlt. Happy Ends sehen anders aus.
Davon kann auch Sat.1 ein Lied singen, die neben VIB keine zweite Telenovela etablieren konnten. So endete “Schmetterlinge im Bauch” vorzeitig. Zwar auch mit einer Hochzeit, allerdings nicht für das Protagonistenpaar, das sich in der letzten Folge erst wirklich finden durfte. Nachdem auch VIB 2 gefloppt war, folgte erst ein Jahr später “Anna und die Liebe”. Nach einem Sendeplatzwechsel und neuartigen Plots für eine Protagonistin konnte AUDL die Zuschauer steigern und durfte verlängert werden. 2009 wollte man erneut eine zweite Telenovela, pardon Daily Soap, ins Programm aufnehmen, doch “Eine wie keine” kam bei den Zuschauern nicht an. So durfte “Manu” am Ende heiraten und sogar final denken, obwohl es sich hierbei um eine Daily Soap handelte. Der Nachfolger “Hand aufs Herz” startete ebenfalls als Daily Soap, wurde dann aber nach einem halben Jahr zur Telenovela umgebaut. Das Sat.1-Publikum ist eben auf Happy Ends aus.

Gepostet von Tin
30
Juni

und täglich schäumt es wieder #3

Eine Soap ist eine regelmäßig produzierte und ausgestrahlte Sendung, egal ob täglich oder wöchentlich, die sowohl im Fernsehen, Radio aber auch im Internet laufen kann.
Eine Telenovela ist ein Fernsehroman und endet so gut wie immer mit dem Happy End für die Hauptrolle. Meistens ist dies die Traumhochzeit.

In der Regel entstehen Soaps und Telenovelas von zwei parallel drehenden Teams: Innen- und Außendreh. Dies kann sich aber von Produktion zu Produktion unterscheiden. Durch feste Sets im Studio, wird die Vorbereitungszeit, die normale TV-Produktionen haben, um einiges reduziert.
Dank der schnellen Produktion, die etwa 10 bis 12 Wochen vom Buch bis zur Fertigstellung benötigt, bleiben Soap und Telenovela für den Sender im Verhältnis günstig. Die dauerhafte Platzierung auf einem Sendeplatz ermöglicht den Zuschauern das regelmäßige Erlebnis und dem Sender eine regelmäßige Quote, so das Ziel für den Sender.
Um die Zuschauer regelmäßig zum Einschalten zu bringen, endet in der Regel jede Folge mit einem Cliffhanger. Dies ist der spannendste Punkt in einer Situation. Um zu erfahren wie es weiter geht, muss die kommende Folge wieder angeschaut werden und so entsteht der Kreislauf. Zwischen zwei und fünf Geschichten laufen in einer Folge parallel zu einander. Diese Geschichten pausieren nach einigen Folgen, laufen aber im Hintergrund weiter.

Da die Soap eigentlich nie enden soll, werden immer neue Charaktere eingebracht um die Handlung nicht langweilig werden zu lassen. Steigen Darsteller aus, folgt meist recht schnell der Ersatz. Der Nachteil bei lang laufenden Soaps: Langjährige Zuschauer vergleichen ehemalige Rollen mit neuen Rollen und werden das Gefühl nicht los, dass es alles schon einmal gab. Hier setzen die Unterschiede zur Telenovela an: Diese endet meistens nach einem vorgegebenen Zeitraum – außer in Deutschland. Zwischen 100 und 250 Folgen umfasst eine Telenovela in der Regel. Die Folgenzahl ist vom Umfang des Plots abhängig. Je mehr Hindernisse der Held zu bezwängen hat, desto mehr Folgen werden dafür benötigt. Die anderen Rollen um das Titelpaar werden meist so platziert, dass sie einen gewissen Einfluss auf die Hauptgeschichte nehmen können.
Ebenso charakteristisch wie das Happy End sind die sogenannten Voice-Over. Sie sind die hörbaren Gedanken der meist weiblichen Hauptrolle. Ebenfalls sehr prägend sind Landschaftsaufnahmen in der Telenovela. Soaps haben meist nur einen kurzen Establishing-Shot um zu zeigen, wo sich die Szene abspielt. Telenovelas haben meist etwas märchenhaft Magisches. Sie bedienen sich auch oft an Motiven aus Märchen, wie Schneewittchen, Aschenputtel und dem hässlichen Entlein. Sowohl die weibliche als auch die männliche Hauptrolle sind so angelegt, dass sie sich im Laufe der Erzählung verändern.

Gepostet von Tin