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Dezember

Verbotene Liebe: Hinter den Kulissen – die Dispo

Im Herbst 2006 entstanden für den „Verbotene Liebe Fanclub“ Interviews mit den verschiedenen Departments hinter der Kamera. So auch mit Christoph vom Dispo-Büro.

Hinter den Kulissen sitzt auch Christoph. Er hat sein ganz eigenes, größeres Büro. Bis auf ein paar Aktenordner und seinen Schreibtisch ist der Raum recht leer. Aber mehr als das, seinen Computer und sein Telefon braucht Christoph auch nicht. Letzteres scheint besonders wichtig zu sein, denn das Telefon klingelt während unseres Besuchs ein paar Mal. Zwei der vier Wände haben eine ganz besondere Dekoration, denn sie sind mit Zetteln nahezu tapeziert: es sind die Drehpläne für die nächsten Wochen, für die Christoph zuständig ist. Denn seine Aufgabe bei „Verbotene Liebe“ ist die Disposition.

Nach seinen Plänen richtet sich das gesamte VL-Team: anhand der Disposition wissen die Darsteller, wann sie drehen müssen; die Maskenbildner, wann sie zum Außendreh müssen; die Garderobiers, welche Kostüme ein Darsteller an einem Tag braucht; die Regisseure und Kameraleute, wann sie das Studio oder Set wechseln müssen usw…

Wie funktioniert die Drehplanung?
Das Drehbuch ist in Szenen geteilt. Mit einem Szenenwechsel erfolgt meist auch ein Ortswechsel. Christophs Aufgabe ist es nun, den Dreh dieser Szenen zu planen, und zwar so, dass Aufwand und Hektik für alle Beteiligten möglichst gering sind. Christoph erklärt uns, dass die Szenen so chronologisch wie möglich gedreht werden sollten. In exakt der Reihenfolge, wie die Szenen später in den Folgen ausgestrahlt werden, kann natürlich nicht gedreht werden: Darsteller und Team müssten dann viel zu häufig das Studio wechseln. Christophs Aufgabe ist es deshalb, so wenige Kostüm- und Studiowechsel wie möglich einzuplanen. Meist wird mehrere Stunden am Stück in ein und demselben Studio gedreht.
Zusätzlich achtet Christoph darauf, dass die Drehpausen für die Darsteller an einem Tag nicht zu lang werden – er muss ihnen aber andererseits auch genug Zeit für eventuelles Umziehen einplanen. An drei Tagen in der Woche, jeweils von mittwochs bis freitags, finden diverse Außendrehs statt. Auch diese muss Christoph in seiner Dispositon berücksichtigen.

Da die Drehpläne immer unterschiedlich sind, schwankt die Zeit zwischen Dreh und Ausstrahlung einer Szene: Es wird zwischen 6-8 Wochen im Voraus gedreht.

Was passiert, wenn ein Darsteller sich krank meldet?
In diesem Fall gerät Christoph in Stress. Denn dann muss er den Dreh einiger Szenen spontan so umplanen, dass wieder alles passt. Wenn ein Darsteller sich nur für wenige Tage krank meldet, klappt die Drehverlegung in der Regel ganz gut. Christoph erzählt uns, dass manchmal auch mehrere Darsteller gleichzeitig ausfallen. Der schlimmste Fall sei ein Ausfall von drei Darstellern gleichzeitig gewesen.

Und was ist, wenn ein Darsteller länger krank ist?
Dann müssen die Storyeditoren ran, denn die müssen das Drehbuch dann so umschreiben, dass die entsprechende Rolle für diese Zeit nicht in den Geschichten vorkommt. Christoph hat nur einen begrenzten Spielraum, so dass bei längerem Ausfall eines Darstellers eine Drehverlegung nicht reicht.

Wie können Darsteller – abgesehen von den Studioferien – Urlaub machen?
Sie müssen Freistellungsanträge bei Christoph stellen, und das schon 4 Monate im Voraus, damit die Drehbuchautoren die Rolle für die Dauer des Urlaubs „verschwinden“ lassen können.

Du planst auch die Außendrehs. Was macht Ihr, wenn es regnet?
Sollte ein Außendreh wegen schlechtem Wetter nicht möglich sein, gibt es immer eine „Regenalternative“, antwortet Christoph uns. Dann spielen die Szenen nicht auf der Straße oder im Park, sondern z.B. in einem Café.

Wie behälst du den Überblick?
Christoph erklärt uns sein System: Die Drehpläne für die nächsten Wochen hängen immer an den Wänden seines Büros. Jede Rolle hat bei ihm ihr ganz eigenes Symbol, z.B. einen grünen Strich oder ein rotes Kreuz. So hat er ganz schnell im Blick, welcher Darsteller an welchen Tagen um welche Uhrzeit drehen muss. Diese Übersichtlichkeit ist besonders hilfreich, wenn er kurzfristig umplanen muss, weil ein Darsteller erkrankt ist.

Gepostet von mts

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