16
Juni

Lindenstraße: Trauer um Harry Rowohlt

Im Februar 1995 schlurfte „Penner Harry“ (Harry Rowohlt) zum ersten Mal über die Münchener Lindenstraße. Niemand wusste, wo der ewig grummelnde Graubart eigentlich herkam und warum es ihn ausgerechnet in diese Gegend von München verschlagen hatte.

Seine Sprachgewandtheit verriet, dass er ein sehr gebildeter Mann war. „Penner Harry“, mit bürgerlichem Namen Hartmut Rennep, fiel dadurch auf, dass er seine Umgebung haarscharf beobachtete. Er kannte die Menschen und war nicht ohne Mitgefühl und Humor. Seine in sonorem Ton eingestreuten Kommentare brachten die Situation stets auf den Punkt.

Nun hat die „Lindenstraße“ eines ihrer „Urgesteine“ verloren. Harry Rowohlt starb im Alter von 70 Jahren in Hamburg. Mit großer Trauer und Bestürzung nahmen Ensemble und Team die Nachricht auf.

Hans W. Geißendörfer, Produzent der „Lindenstraße“: „Harry Rowohlt, unser intellektueller Penner aus der ‚Lindenstraße‘, war unvergleichlich naiv, schlau, schlitzohrig, charmant, klug und intellektuell, Dichter, Lesekünstler und Selbstdarsteller. Er war kein Schauspieler mit Fremdtext, er war immer er selbst und schenkte dem Publikum mit jedem Blick, Wort oder stummen Lächeln sein Herz. Es hat ihm immer wieder große Freude gemacht, dem Inneren zu lauschen, das er hinter jeder Oberfläche entdecken konnte. Und es hat ihm Spaß gemacht, ewig Kind zu bleiben. Ich kann mir gut vorstellen, dass er jetzt neben Petrus im Himmel sitzt und sein Bier mit ihm teilt, während beide die Neuankömmlinge dort oben liebevoll willkommen heißen und ihnen (mit einem Schluck aus der Flasche) die Angst vor dem Neuanfang nehmen. Harry hat uns alle persönlich beschenkt und bereichert. Für die ‚Lindenstraße‘ war er Sinnbild für Gelassenheit und Liebe. Ich vermisse ihn sehr.“

Gepostet von soaplexikon

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