25
April

Interview mit Tatjana Clasing (2)

Als Simone Steinkamp ist Tatjana Clasing Kult! Seit sieben Jahren verkörpert sie die erfolgreiche, gern auch intrigante Chefin des Steinkamp-Imperiums, die sich nichts gefallen lässt. Doch wie ist Tatjana Clasing privat? Hat sie viel mit Simone Steinkamp gemeinsam? Was denkt sie über die vier Männer in ihrem Leben? Wie hält sie sich mit 50 fit? Und wie geht sie mit dem Alter und der Konkurrenz zu jüngeren Frauen um?

Tatjana, wie hältst du dich fit? Wie und wann findest du die Zeit dazu?
Ich versuche, mich möglichst jeden Tag vor dem Dreh fit zu halten, in dem ich laufen oder walken gehe, Qigong oder Yoga mache. Wenn ich morgens um 6.30 von zu Hause abgeholt werde und bereits um 7.00 Uhr in der Maske sein muss, fällt mir das frühe Aufstehen natürlich schwerer, als wenn ich erst zum 2. oder 3. Bild, also am späten Vormittag, im Studio drehen muss. Dann überlege ich zweimal, ob ich so früh aufstehe. An sich gehe ich aber gerne morgens um Sieben im Park laufen, wie in dem Lied „A walk in the Park“ von der Nick Straker Band. Danach frühstücke ich, gehe ins Studio und beginne den Tag. Das bringt mir am meisten Spaß! Wenn es morgens gar nicht klappt, versuche ich nach dem Drehen irgendwas an körperlicher Ertüchtigung zu machen, auf jeden Fall so ca. 30 bis 35 Minuten täglich. Ich freue mich jetzt auf den Sommer, wo es morgens wieder früher hell ist.

Machst du wirklich jeden Tag Sport?
Ja, das versuche ich.

Was ist denn deine bevorzugte „Aufstehzeit“, wenn man vom Dreh absieht?
Wenn ich den Luxus hätte, würde ich zwischen 7.30 und 8.00 Uhr aufstehen. Bei AWZ fangen wir ja generell sehr früh in der Maske an, und ein paar Mal in der Woche „erwischt“ es mich sicher, dass ich im ersten Bild dabei bin.

Was hältst du von Schönheitschirurgie?
Für mich persönlich als Tatjana kommt das nicht in Frage. Aber Simone hat das ja schon einmal ernsthaft in Betracht gezogen. Obwohl ich mir gar nicht sicher bin, ob „ich“ da jetzt offiziell geliftet bin oder nicht. Es wird manchmal angesprochen, und Simone war ja auch beim Schönheitschirurgen, aber die Story endet ja erst mal so, dass „ich“ es nicht machen lasse. Und Simones Tochter Jenny benutzt das Thema gerne mal als Seitenhieb, um dezent auf das Alter ihrer Mutter hinzuweisen.
Jedenfalls würde ich mich privat nicht „unters Messer legen“. Ich hätte Angst, dass meine Seele nicht hinterher kommt, wenn ich in den Spiegel gucke und weiß „Das bin ich!“ und „Das bin ich nicht!“. Aber das muss natürlich jeder für sich selber entscheiden. Ich könnte das nicht und darum versuche ich, in Würde die Falten anzunehmen.

Thema „Konkurrenz zu jüngeren Frauen“. Simones Serienmänner Richard und David haben ja beide jetzt jüngere Frauen an ihrer Seite …
Ich glaube, Simone sieht das gar nicht mehr so dramatisch, was jüngere Frauen angeht. Früher hat sie jüngere Frauen immer weggebissen, aber zurzeit ist sie ja selber die Geliebte. Und wenn sie als ältere Frau die Geliebte ist und die Ehefrau die Junge, dann ist das für ihr Selbstbewusstsein sehr gut. Und insofern hat Simone, im Moment und im Gegensatz zu früher, gar kein Problem mit jüngeren Frauen.

Und wie siehst du das als Tatjana? Besteht am Set eine Konkurrenz zu Ania Niedieck oder Kaja Schmidt-Tychsen?
Persönlich habe ich überhaupt kein Problem damit. Im Gegenteil: Ich liebe das sehr! Das gegenseitige bereichern und sich austauschen ist wunderbar. Mit Kaja oder eben auch mit Ania zu drehen, bringt einfach wahnsinnig viel Spaß und wir wären schön blöd, wenn da in irgendeiner Form ein Konkurrenzkampf auftreten würde. So wie es ist, ist das herrlich.

Ist Alter dann gar kein Thema bei euch?
Nein, das ist bei uns noch nie ein Thema gewesen. Wenn, dann nur als Joke, weil ich am Set immer „Mutti“ genannt werde. Und Silvan ist ja „der Papa“.

Wie stehst du zu dem Trend, dass man als Frau immer wieder jünger und schöner aussehen muss?
Ich glaube mittlerweile gar nicht mehr, dass das der Trend ist. Ich habe eher das Gefühl, dass der Trend andersherum geht. Gerade aus Amerika hat man in der letzten Zeit immer wieder gehört, dass die Engagements zurückgegangen sind, wenn die Leute zu stark geliftet wurden und es im Grunde genommen keiner mehr sehen will. Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema „Jugendwahn“ in ein paar Jahren sehr viel lässiger gesehen wird.

Was ist das Geheimnis deiner großen Liebe zu Thomas?
Das Leben miteinander zu teilen, aber trotzdem dem anderen genügend Raum für sein eigenes Leben zu lassen. Auf Augenhöhe aufeinander zu zugehen und das mit viel Respekt und viel Humor. Wir lachen wirklich sehr, sehr viel und dass finde ich wunderbar. Ich glaube, wir haben uns noch nie darüber Gedanken gemacht, ob’s dafür ein Rezept gibt oder nicht. Abgesehen davon, sind wir auch durch Höhen und Tiefen gegangen. Es ist ja nicht ein lineares, ständig gleichbleibendes „Hoch-Liebesgefühl“. Aber es ist ein wunderschönes Miteinander mit einem großen Vertrauen und ohne dass man meint, den anderen so gut zu kennen, dass er einen nicht mehr überraschen könnte. Auch nach 27 Jahren ist es wunderschön, dass es uns noch möglich ist, immer wieder neue Seiten an dem anderen zu entdecken.

Wenn du über Höhen und Tiefen sprichst: Welcher war denn der schönste Tag in eurem Leben?
Ich kann das immer nicht verstehen, wenn Leute sagen „Das war der schönste Tag in meinem Leben“. Das finde ich schwierig und auch schade, wenn’s da nur einen „schönsten Tag“ gäbe. Ich finde nicht, dass es so etwas wie eine „Leistungslatte“ gibt, woran man den „schönsten Tag“ festmachen kann. Es verändert sich ja auch immer wieder und es hängt auch vom Alter, von der Zeit, von der Stimmung und so vielen Dingen ab, wie man etwas empfindet, so dass ich gar nicht sagen kann, wann „das Schönste“ war. Alles hat seine Zeit und darum versuche ich immer, alles so zu nehmen wie es ist und das Schönste aus jedem Tag herauszufinden.

Gab es schon mal einen Punkt, an dem ihr gesagt habt „Jetzt geht’s nicht mehr weiter“?
Einen??? Klar! Sicher, immer wieder. Also nicht mit der Konsequenz, eine Trennung wirklich durchzuziehen, aber immer mit der Androhung: „Jetzt geht’s wirklich nicht mehr“. Dann haben wir gemerkt, ohne einander ist es auch nicht möglich. Man rauft sich dann wieder zusammen und denkt: „Gott sei Dank haben wir die Klippe genommen.“

Es gab schon mehrere Ansätze zu einer Heirat – steht das immer noch im Raum?
Nein, gerade nicht. Aber wer weiß? Früher haben wir gesagt: „Wenn wir 25 Jahre schaffen, heiraten wir.“ Jetzt sind wir bei 27 Jahren und sagen: „Na, wenn wir 30 Jahre schaffen, heiraten wir“. Vielleicht werden wir’s irgendwann mal machen …

Auf dem Bildschirm hast du es in zwei Serien gleich mit drei Männern zu tun – die werden gespielt von Silvan-Pierre Leirich, Andreas Hofer und Henning Baum. Wie stehst du zu jedem von ihnen, was bedeuten sie dir?
Zu Silvan fällt mir spontan ein: Eine Menge Lachen. Manchmal gehe ich nach Hause und habe Bauchschmerzen, weil wir einfach so viel am Set zusammen lachen. Zwischen uns ist ein großes Vertrauen und während der einzelnen Drehpausen haben wir die tollsten Themen – über Philosophie bis hin zu Slapstick. Innerhalb von zehn Minuten kann man das Banalste und das Philosophischste mit diesem Mann bereden. Das ist herrlich! Silvan habe ich erst vor sieben Jahren bei AWZ kennengelernt, vorher kannten wir uns gar nicht.
Mit Andreas ist es ähnlich. Auch ihn habe ich erst bei AWZ kennengelernt. Wir haben ganz wunderbare Gespräche geführt und viel Spaß gehabt. Ich finde es sehr schade, dass er bald geht. Er wird uns fehlen!
Und Henning Baum ist halt eine coole Sau! Ganz wunderbar! Henning kenne ich schon fast solange wie meinen Mann. Wir haben des öfteren, wie Henning immer sagt, „mehrere ehrliche Stücke Fleisch“ zusammen auf den Grill gelegt, weil wir in Essen lange Zeit so gut wie Nachbarn waren. Wir kennen uns also schon eine kleine Ewigkeit und das ist ein großes Geschenk.

Da endet ja jetzt auch die Zusammenarbeit. Bedauerst du das?
Ja, das ist schade, aber nun ist es halt einfach so. Ich bin sehr gespannt, wie die neuen Folgen von „Der letzte Bulle“ bei den Zuschauern ankommen.

Was mögen du und Silvan-Pierre Leirich aneinander? Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
Die lustigsten Erlebnisse mit Silvan kann ich gar nicht an zwei Händen aufzählen. Da gibt es so viele, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Es ist einfach jeder Drehtag lustig und sehr inspirierend. Ich bin sehr glücklich, ihn getroffen zu haben. Und ich glaube auch, dass wir uns in diesem Leben als Freunde nicht mehr aus den Augen verlieren werden. Egal wie lange das jetzt noch geht mit AWZ, unsere Freundschaft wird bestehen bleiben.

Was bedeutet Glück für dich?
Stundenlang in der Küche mit meinem Mann bei einem schönen Glas Wein sitzen und sich die Köppe heiß reden. Wir diskutieren und tauschen uns aus, bis in die frühen Morgenstunden. Das ist ein großer Luxus und Glück, weil wir uns so selten sehen.

Warum denn in der Küche?
… weil wir da rauchen können.

Was machst du gerne mit der Familie?
Drehen! Meine tägliche Familie sind ja hier die Steinkamps, meine Steinkamp’sche Familie. Wir drehen, lachen, feiern, sind miteinander.

Welche Träume hast du noch im Leben?
Gelassenheit und Ruhe zu finden, ein bisschen mehr zu sich selber zu kommen, um parallel zu einem stressigen Beruf die Ausgeglichenheit zu finden.

Wie lange wird es denn bei AWZ noch gehen? Hast du vor, irgendwann dort aufzuhören?
Ach, da mache ich mir noch keine Gedanken, solange es so viel Spaß macht. Sonst wäre der Stress auch zu viel. Wenn du dich jeden Morgen irgendwo hinschleppst, um 6.30 Uhr in der Maske sitzt und denkst: „Was mach ich eigentlich hier? Ich will hier nicht sein“, ich glaube, dann müsste man aufhören. Aber ich stelle mich jeden Morgen unter die Dusche und sage: „Oh, gleich sehe ich sie alle!“ Solange das so ist, bleibe ich sehr gerne bei „Alles was zählt“.

Bis vor ein paar Jahren hast du auch parallel Theater gespielt. Kommt das nochmal in Frage?
Ja, das möchte ich sehr, sehr gerne. Es war auch mal im Gespräch, ein neues Stück zu machen, aber dann ging das leider zeitlich nicht. Aber ich möchte sehr gerne wieder Theater spielen, das letzte Mal mit „Blütenträume“ in Essen ist ja leider schon lange her.

© RTL Kommunikation

Gepostet von soaplexikon

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